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Unser Köln

40 Jahre Frauengeschichtsverein Köln

Redaktion · 11.06.2026

Fotos: links: Irene Franken © Frauengeschichtsverein; rechts: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Rathausturm Köln - Fygen Lutzenkirchen-5911, CC BY-SA 4.0

Fotos: links: Irene Franken © Frauengeschichtsverein; rechts: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Rathausturm Köln - Fygen Lutzenkirchen-5911, CC BY-SA 4.0

Seit 1986 setzt sich der Kölner Verein für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Stadtgeschichte ein. Nun feiert er sein Jubiläum mit besonderen Veranstaltungen und mit einer Buchvorstellung.

Seit vierzig Jahren engagiert sich der Frauengeschichtsverein, um Leben und Leistungen von Frauen – historische und zeitgenössische gleichermaßen – in der Stadtgeschichte zu erforschen und sichtbar zu machen. Darüber hinaus sollen in Köln lebende Frauen einen frauenbezogenen Zugang zu ihrer Stadt finden und ihre Vorfahrinnen kennenlernen, um ihr reiches Erbe anzutreten.

Eine der Gründerinnen ist die Historikerin Irene Franken, die bis heute im Vorstand aktiv ist. Als treibende Kraft des Vereins hat sie viel für die Wahrnehmung beeindruckender weiblicher Persönlichkeiten in der Stadtgeschichte getan. Dafür wurde Franken mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Führungen, Vorträge und viel Engagement

Über die Jahre sind es vor allem die Führungen des Vereins zu frauenspezifischen Themen in der Altstadt und in den Veedeln, die den Zugang zum weiblichen Teil der Kölner Historie öffnen. Dazu kommen Vorträge und Veranstaltungen, sowohl politisch wie kulturell, etwa die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals, des Internationalen Frauentags oder dem Christopher Street Days (CSD). Ein besonderer Verdienst des Vereins ist es, historische Frauen wahrnehmbar im Stadtbild zu verankern. Ein erster Erfolg war die Umbenennung des ehemaligen Gässchens „Unter Seidmacher“ in „Seidmacherinnengässchen“ – eine Erinnerung an die europaweit in dieser Form einmalige Frauenzunft. Sechs weitere Straßen und Plätze wurden inzwischen nach bekannten Kölnerinnen benannt.

Dem gemeinsamen Bestreben des Kölner Frauengeschichtsvereins und der Stiftung Frauen*leben Köln verdankt sich ein Erinnerungsort für die Seidenmacherin Fygen Lutzenkirchen (ca. 1450–1515), der in die Liste der FrauenOrte NRW aufgenommen wurde. Die Gedenktafel dafür gibt es bereits, die Stele zur Anbringung am Cäcilienkloster 4 noch nicht. Seit 1992 steht die Skulptur der Seidenmacherin vom Kölner Bildhauer Wolfgang Reuter am Rathausturm, siehe Abbildung oben.

Wenig bekannt, aber genauso wichtig: die Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Frauenbewegung, der Lesben und der Migrantinnen in Köln. Beachtliche sechzig Regalmeter sind in den vierzig Jahren zusammengekommen: Broschüren, Flugblätter sowie Tondokumente, Interviews, Fotos und Objekte. Zahlreiche Videos mit „Zeitzeuginnen im Gespräch“ lassen sich hier oder bei Youtube abrufen. Sie geben Zeugnis einer lebendigen und streitbaren Frauenkultur in der Stadt.

KölnerLeben gratuliert dem Frauengeschichtsverein zu vierzig Jahren wertvoller Arbeit und wünscht weiterhin Neugier, Tatendrang und Beharrlichkeit, um Kölner Frauen ins verdiente Licht zu rücken.

Buchtipp


Buchcover

Zum Jubiläum hat der Verein sich und allen Interessierten mit einem Buch beschenkt. Vierzig Objekte aus dem Archiv erzählen Kölner Frauengeschichte seit 1900. Die einzelnen Erklärtexte gehen über das jeweilig Gezeigte hinaus und spiegeln gesellschaftliche, politische und kulturelle Veränderungen und weibliche Lebensrealitäten wider. Mut und Widerstand, Alltag und Visionen, Körper und Kunst, Biografie und Politik und vieles mehr versammelt dieser Bildband und macht ihn zur spannenden Lektüre über die Frauenbewegung Kölns – nicht nur für Frauen.

Objekte in Bewegung
Aus den Beständen des Kölner Frauengeschichtsvereins

Herausgeber: Kölner Frauengeschichtsverein
Weissmann Verlag
116 Seiten, Einband Taschenbuch
ISBN 978-3-949168-14-7
10 Euro

Außerdem gibt es ein reiches Jubiläumsprogramm, das der Verein den Kölnerinnen und Kölner schenkt. Alle unten genannten Veranstaltungen sind kostenfrei und können ohne Anmeldung besucht werden.

Veranstaltungen zum Jubiläum

Mo, 15. Juni 2026, 19–21 Uhr
Buchvorstellung „Objekte in Bewegung”
Aus den Beständen des Kölner Frauengeschichtsvereins
Lesung aus dem Nachwort zu den Aspekten der Materialität der Objekte und ihrer Bedeutung für die Mitarbeiterinnen. Mit Irene Franken (Autorin und Redaktion), den Beiträgerinnen Bettina Bab, Gudrun Knittel, Gabriela Schaaf und Angelika Diekmann, der Fotografin Rendel Freude, der Lektorin Astrid Roth und dem Mitherausgeber und Autor Martin Stankowski.
Ort: Buchsalon in Ehrenfeld, Wahlenstr. 1, 50823 Köln-Ehrenfeld

So, 25. Juni 2026, 19–21 Uhr
Großmutter, Mutter, Tochter
Die Moderatorin Sina Vogt spricht mit drei Frauen über ihre Erfahrungen als Frau, mit Diskriminierungen, den schönen Seiten des Aktivismus, das Verhältnis untereinander, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Verhältnis zur Zeit. Teilnehmende: Krista Lange, geboren in Rumänien kam mit 17 Jahren nach Deutschland. Sie gründete gemeinsam mit anderen Frauen 1981 die Frauenberatungsstelle „Frauen lernen Leben“ (heute: „FrauenLeben“). Stephanie Lange engagiert sich in der feministischen Mädchenarbeit und in der Frauenberatungsstelle FrauenLeben. Antonia-Marie Lange arbeitet in ihrer eigenen Praxis vorwiegend mit Frauen und Mädchen und macht derzeit eine Weiterbildung in Wildnisspädagogik.
Ort: Mauritiussteinweg 77–79, 50676 Köln

Do, 2. Juli 2026, 18 Uhr
Rom*nja lesen vor …
Lesung und Filmvorführung mit Snacks.
Gezeigt wird der Film „DJELEM-DJELEM“ von Bruno Neurath-Wilson. Er dokumentiert eine Lesung vom 9. Mai 2025 in Köln, bei der Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Deutsch- und Alphabetisierungskurses im Rom e.V. eigene Texte vortragen. Die Lesung fand auf Deutsch statt, mit Übersetzung ins Serbische und Romanes.
Ort: Haus der Kirche, Kartäuserwall 7–9, 50678 Köln

Fr, 3. Juli 2026, 18–19.30 Uhr
„Und Köln wollen Sie sehen! Das verrückte Nest?“
Frauen sind schon immer nach Köln gereist, sie waren fromm oder neugierig, abenteuerlustig und hatten Freude am Unterwegssein. Manche kamen aus beruflichen Gründen, oft war Köln ein Ziel auf ihrem Weg. Lange war das Reisen beschwerlich, trotzdem kamen sie. Angelika Diekmann präsentiert Texte aus Reisebeschreibungen, Tagebüchern, Notizen oder Briefen, von Hildegard von Bingen über Ann Radcliff Montague bis ins 20. Jahrhundert.
Anmeldung ist empfehlenswert.
Ort: Büro des Frauengeschichtsvereins, Hönigner Weg 100A, 50969 Köln-Rodenkirchen

Do, 9. Juli 2026, 19–20.30 Uhr
Unsere Vorgängerinnen: Historikerinnen
Anlässlich des 40. Jubiläums des Kölner Frauengeschichtsvereins folgt Irene Franken regionalen Pionierinnen und den Impulsen von Gerda Lerner aus den USA. Im Zentrum steht die Frage: Wer schreibt heute Geschichte – und über wen?
Referentin: Irene Franken
Ort: Friedensbildungswerk Köln, Obenmarspforten 9–11, 50676 Köln

Sa, 8. August 2026, 14–17 Uhr
Werkstatt zum Thema: Frauen im Widerstand in Köln (Rheinland)
In der Werkstatt werden eigene Definitionen von Widerstand hinterfragt. Gemeinsam werden Biografien von nonkonformen Frauen erkundet, die auf unterschiedliche Weise im Widerstand aktiv waren. Habe werden Formate wie Interview- und Filmausschnitte aber auch Texte genutzt. Drei Personen erzählen als sog. ‚Zweitzeuginnen‘ über ihre widerständigen (Schwieger-) Mütter aus unterschiedlichen Milieus. Ein Ziel soll die langfristige Sichtbarmachung z.B. in einer Ausstellung, einem Internetauftritt oder Straßenbenennungen sein. Abschließend folgt eine Diskussion über Mut und Widerstand.
Organisation: Irene Franken und Claudia Wörmann
Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23–25, 50667 Köln

So, 9. August 2026, 18–19 Uhr
Kölsche Überraschung …
Christiane Hoffrath und Monika Salchert zeigen mit viel Humor und Sachverstand, wie sich der Karneval entwickelt hätte, wenn Frauen vor gut 200 Jahren den Fastelovend neu geordnet hätten. Leider waren das damals ausschließlich Männer. Eine Männerwelt ist das Frohsinnsfest geblieben. Die beiden Kölnerinnen laden zu einer exklusiven Expedition in ein Biotop ein, in dem Frauen ein Schattendasein führen.
Ort: Weißer Holunder, Gladbacher Str. 48, 50672 Köln

Informationen

Tel. 0221 / 24 82 65,
Höninger Weg 100a.
www.frauengeschichtsverein.de

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Tags: Buchtipp , Frauen , Frauengeschichtsverein , Jubiläum , Stadtgeschichte , Veranstaltungen , Verein