Raus aus Köln

Busreisen mit maximalem Komfort und höchster Sicherheit

Karin Bünnagel · 08.03.2022

Vorfreude auf den Urlaub: Schon beim Start herrschte bei dieser Gruppe einer DRK-Reise gute Laune. Foto: Ben Horn

Vorfreude auf den Urlaub: Schon beim Start herrschte bei dieser Gruppe einer DRK-Reise gute Laune. Foto: Ben Horn

Die Tradition besteht schon seit den 50er Jahren und sie hat Zukunft: Heute werden Busreisende bis vors Hotel gefahren – barrierefrei, mit Service vor Ort und mit bester Unterhaltung.

„Die Vorfreude aufs Reisen ist trotz der langen Corona-Pandemie sehr groß“, sagt Meinhold Hafermann, Geschäftsführer des Busreiseunternehmens Hafermann Reisen. „Viele unserer Gäste, die geimpft waren, sind schon letztes Jahr mit uns in Urlaub gefahren, als es wieder möglich war. Andere hingegen haben trotz Corona-Impfung ihre Reisepläne auf 2022 verschoben“, berichtet er.

Busreisen haben Tradition: „Ein richtiger Renner waren in den 50ern die sogenannten Hausfrauenfahrten“, berichtet Max Arnold, der als Busfahrer seit 1954 Kölnerinnen und Kölner für das Busreiseunternehmen Univers durch ganz Europa fuhr. „Bei diesen ‚Fahrten‘ hatten die Damen die Möglichkeit zu Musik und Tanz.“ Ihren Namen erhielten die Hausfrauenfahrten, weil viele verwitwete Frauen diese Busreisen dazu nutzten, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und neue Bekanntschaften zu knüpfen.

Mit Schlagern ins Ausflugslokal

„Große, vom Krieg größtenteils verschonte Ausflugslokale für bis zu dreihundert Besucher an der Ahr, dem Rhein oder im Westerwald wurden angefahren. Schlagersänger oder Kölsche Liedermacher wie Toni Steingass sorgten für eine tolle Stimmung. Alle hatten Riesenspaß“, erinnert sich Arnold.

Touristische Busreisen gibt es seit Anfang der 50er-Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mit dem Wirtschaftswachstum kam der Wohlstand in die deutschen Haushalte. „Nach den schlechten und belastenden Zeiten wollten die Menschen abschalten und sich freudigeren und schönen Dingen widmen“, so Else Kant, eine Bustouristin der ersten Stunde. „Wir machten gern einen Tagesausflug oder eine mehrtägige Reise. 15 D-Mark kostete eine Tagestour. Das war für damalige Verhältnisse viel Geld.“

Komfort und Sicherheit

Früher war alles anders: auch der Komfort. Die Zimmer, zwischen denen die Fahrgäste bei mehrtägigen Fahrten beispielsweise in den Odenwald oder den Westerwald wählen konnten, waren verglichen mit heutigen Ansprüchen sehr einfach ausgestattet. Im Laufe der Zeit legten die Urlauber jedoch immer mehr Wert auf Komfort. Auch bei den Bussen.


Spezielle Rampen und Vorrichtungen machen in einigen Bussen die Reise im Rollstuhl möglich. Foto: Ben Horn

Heutzutage verfügen die Reisebusse neben einer Toilette über breite, dem Körper angepasste, ergonomische Sitze und eine Klimaanlage. Die Corona-Pandemie hat auch hier für einen Technologie-Schub gesorgt: Die patentierte „Virenkiller“-Technologie reinigt beispielsweise die Luft im Businnenraum über die Belüftung fast 100-prozentig von Viren und Bakterien. Da haben auch Coronaviren keine Chance. „Wir haben mittlerweile alle unsere Busse damit ausgestattet – zum Schutz unserer Gäste, unserer Mitarbeiter und unserer Familien“, sagt Hafermann.

Fernsehprogramm und Musik

Immer mehr Reiseanbieter setzen für die gesundheitliche Sicherheit ihrer Fahrgäste auf solche technologischen Lösungen. Für die Kurzweil der Reiselustigen hält mancher Komfortbus Unterhaltung mit Fernsehprogramm oder Filmen bereit. Genau wie im Flugzeug gibt es Kopfhörer-Anschlüsse für den Musikgenuss.


Moderne Reisebusse bieten viele Annehmlichkeiten: Klimaanlage, Virenfilter, Toilette und Fernseher. Foto: Hafermann Reisen

Viele Busunternehmen legen großen Wert darauf, dass ihre „Bus-Flotte“ auf dem neuesten Stand der Technik ist. Das schließt die Sicherheit für Passagiere und Fahrer dank ausgeklügelter Assistenz- und Sicherheitssysteme mit ein. Moderne Busse sind mit mehreren unabhängig voneinander funktionierenden Bremssystemen ausgestattet, verfügen über ein Antiblockiersystem und haben Sicherheitsgurte auf allen Plätzen.

Einmal im Jahr werden sie von unabhängigen Sachverständigen auf ihre technische Sicherheit hin geprüft. Die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer durch Tempomaten und gesetzliche Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer tun ihr Übriges, um den Bus zu einem der sichersten Verkehrsmittel zu machen.

Die Reiselust der 50er-Jahre

Damals entdeckten die deutschen Urlauber das Ausland – insbesondere Italien, „das Land der Sehnsucht“. Dafür wurden auch Strapazen in Kauf genommen, die die Anreise mit sich brachte: Die meisten Reisebusse hatten eine Dachverglasung. Das war zwar toll für den Panoramablick, aber schlecht fürs Innenraumklima im Bus, da sich dort die Hitze staute.


In den 1950er-Jahren sorgten Dachfenster zwar für gute Aussicht, aber auch große Hitze im Bus. Foto: Univers Reisen

Nicht zu vergessen: Man saß auf schmalen Kunstlederbänken. „Gerade bei längeren Fahrten in den heißen Süden wurden aus den Kunstledersitzen schnell mal kleine Tümpel – nass und übelriechend“, erinnert sich Else Kant. Doch das schreckte die wenigsten davon ab, eine Reise nach Spanien oder Italien für 200 bis 250 D-Mark zu buchen. Denn noch war es nicht selbstverständlich, dass jeder Erwachsene ein Auto fuhr, und schließlich wollten die Menschen endlich etwas von der Welt sehen und im Mittelmeer schwimmen.

„Die Blütezeit der Busreiseveranstalter waren dann die 80er- und 90er-Jahre“, berichtet Busfahrer Arnold. „An einem Tag sind drei unserer Busse von Köln nach Spanien gefahren. Die Charterflugreisen wurden zwar immer günstiger, dennoch hatten viele Flugangst und sind lieber mit dem Bus gefahren“, erklärt er.

Stressfrei und umweltfreundlich

Und heute? Inlandsflüge sind zum Schutz der Umwelt stark umstritten, die Lufthansa hat bereits einige Kurzflüge wie die Strecke Nürnberg-München komplett gestrichen, stattdessen verkehren nun Expressbusse auf der Strecke. Ein Reisebus ist umweltverträglicher als ein PKW oder Flugzeug. Und in der gesamten Bevölkerung findet zurzeit ein Umdenken statt, bei dem das Umweltbewusstsein stärker in den Fokus rückt.

Meinhold Hafermann betont: „Wir können etwas bieten, das die Fluggesellschaften nicht haben: Vor-Ort-Service und umfangreiche Betreuung. Das schätzen vor allem unsere älteren Kunden.“ 83 Prozent der Kunden bei Hafermann sind über sechzig Jahre alt – bei anderen Busreiseveranstaltern ist es ähnlich. Besonders beliebt sind bei seinen Fahrgästen inzwischen Kunst- und Studienfahrten sowie Landschaftsreisen.

„Köln liegt sehr günstig, viele Reiseziele sind innerhalb weniger Stunden zu erreichen“, erklärt Hafermann. „Mit dem modernen Reisebus kann man individuell und bequem reisen“, ergänzt er und führt aus: „Im Flieger checken Sie zwei Stunden vor Abflug ein, dann stellen Sie sich in die Reihe fürs Boarding und warten, bis Sie sich auf einen engen Sitzplatz setzen können. Im Bus hingegen steigen Sie ein, setzen sich, und los geht’s. Sie sitzen bequem und können Ihre Beine übereinanderschlagen. Am Reiseziel angekommen, müssen Sie sich nicht erst orientieren und zurechtfinden, da der Bus bis vors Hotel vorfährt.“ Stressfreieres Reisen ist auch in Zukunft kaum möglich.

Eine Auswahl an Reiseveranstaltern, die Busreisen anbieten:

Felix-Reisen e. K.
Industriestr. 131 b
50996 Köln
Tel. 0221 / 340 28 80
Städtereisen, Opernfahrten, Kultur- und Kulinarikreisen, Tagesfahrten.
www.felix-reisen-koeln.de

Hafermann Reisen
Brüderstr. 7-9
58452 Witten
Tel. 0800 / 20 00 05 550
Städte- und Kunstreisen, Landschaftsreisen, Studienreisen.
www.hafermannreisen.de

Pallenberg Busreisen
Metzholz 46 D
42799 Leichlingen
Tel. 02174 / 79 77 18
Erlebnis-, Wander- und Landschaftsreisen.
www.pallenberg-busreisen.de

Ulrike Kocher Gartenreisen
Zülpicher Str. 1981
50937 Köln
Tel. 0221 / 952 14 36
Gartenreisen in Europa.
www.uk-gartenreisen.de

Univers Reisen GmbH
Justus-von-Liebig-Str. 20
53121 Bonn
Tel. 0228 / 98 90 00
Eintages- und Mehrtagesreisen, Fahrt ins Blaue.
www.univers-reisen.de

Auf Extratour-Reisen
Ehrenfeldgürtel 112–114
50823 Köln
Tel. 0221 / 955 32 32
Tages- und Urlaubsreisen
www.auf-extratour.de

DRK-Kreisverband Köln
Oskar-Jäger-Str. 101–103
50825 Köln
Tel. 0221 / 548 73 22
Aktiv- und Städtereisen, Sonniger Süden, Tagesausflüge, Advents- und Silvesterreisen, spezielle Angebote für Rollstuhlfahrer. www.drk-koeln.de

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Tags: Barrierefreies Reisen , Rollstuhl und Rollator

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