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Rad fahren

E-Bike-Kurse: mit Können in die Kurve

Roland Meurer, 30.07.2025 · 18.03.2026

Schon das Anfahren mit dem E-Bike will gekonnt sein. Das lernt man im Pedelec Training. Foto: Roland Meurer

Schon das Anfahren mit dem E-Bike will gekonnt sein. Das lernt man im Pedelec Training. Foto: Roland Meurer

Wie besondere Trainings in Köln E-Rad-Fahrern mehr Sicherheit verschaffen.

Der Helm sitzt, Sattel- und Lenkerhöhe am E-Bike sind eingestellt, die Reifen aufgepumpt, die Klingel funktioniert. Jetzt heißt es: Ab auf den Sattel und los geht die Fahrt. Doch beim Radfahren mit elektrischer Tretunterstützung sind im Vergleich zum gewöhnlichen Radeln ohne Motor einige Dinge zu beachten. Denn E-Bikes sind nicht nur schneller als normale Fahrräder, sondern meist auch deutlich schwerer. Bereits das Aufsteigen bereitet manchen Anfängern Probleme. Enge Kurven werden oft zum Hindernis, plötzliche Bremsmanöver zu einem unerwünschten Erlebnis.

Seit einem Jahr ist Martina mit ihrem E-Bike unter- wegs. Vor engen Kurven steige sie immer ab, sagt sie. „Da bin ich mir zu unsicher.“ Um mehr Fahrsi- cherheit zu erlangen und die richtige Technik und Körperhaltung zu erlernen, nimmt sie an einem speziellen Trainingskurs des ADAC Nordrhein teil. Das Angebot richtet sich an Neulinge, Wiedereinsteiger und alle, die durch das Training mehr Routine und Sicherheit auf ihrem neuen Zweirad gewinnen wollen.

Mit Martina sind an diesem Tag neun weitere Teil- nehmende im Alter zwischen 47 und 74 Jahren mit ihren Rädern zum Gelände der Jugendverkehrsschule an der Neusser Straße nach Nippes gekommen. Jürgen Lindlahr leitet den Basiskurs auf dem Übungsplatz. Die meisten wünschen sich Hilfestellungen beim Auf- und Absteigen, beim Anfahren, Bremsen und Ausweichen sowie beim Verhalten in heiklen Verkehrssituationen.

Generell ist der sichere Umgang mit Elektrorädern im Straßenverkehr von größter Bedeutung. Zwar weist die Verkehrsunfallstatistik der Kölner Polizei für das Kölner Stadtgebiet 2024 im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Verkehrsunfälle mit E-Bike-Fahrenden um 4,9 Prozent aus. Doch insge- samt steigt mit dem Zuwachs an E-Bikes auch die Zahl der Unfälle, in die sie verwickelt sind.

Glossar

E-Bike: Überbegriff für Fahrräder mit elektrischer Motorunterstützung. Streng genommen geht es um bis zu 25 Stundenkilometer schnelle Räder, bei denen man nicht mittreten muss.

Pedelec: Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor bis 25 Stundenkilometer, bei dem man mittreten muss. Andernfalls unterstützt der Motor nicht. Pedelecs sind die gängigsten Fahrräder mit Motor.

S-Pedelec: Fahrrad mit Elektromotor bis 45 Stundenkilometer, Zulassung als Moped mit Kennzeichen und Versicherung erforderlich


Im Parcours lernt man, wie man Kurven fährt. Foto: Roland Meurer

Enge Kurven meistern

Auch Claudia will den Umgang mit ihrem neu angeschafften E-Bike lernen und erfahren, wie man langsam durch enge Kurven fährt. Seit Jahren bewegt sie sich mit ihrem Mann Horst schon elektrisch im Stadtverkehr, auf Ausflügen in der Region oder im Urlaub an der Nord- und Ostsee.

Auch wenn das Rentner-Ehepaar bereits viel Erfah- rung hat: Die fachliche Beratung des Profis sei für sie wichtig. Horst interessiert sich besonders fürs Auf- und Absteigen und fürs Bremsen. „Richtig bremsen“, sagt Fahrtrainer Jürgen Lindlahr, sei die Königsdiszi- plin beim E-Bike-Fahren. Deshalb komme die an- spruchsvolle Übung zum Schluss des dreistündigen Kurses.


Das Bremsen funktioniert beim E-Bike etwas anders als gewohnt. Foto: Roland Meurer

Mit Schwung geht es besser

Beim Anfahren sei es wichtig, möglichst schnell Schwung zu bekommen, um das Fahrrad beim Rollen zu stabilisieren. Er rät zu einem niedrigen Gang und einer niedrigen Unterstützungsstufe, beispielsweise dem „Eco-Modus“. Um nicht zu schnell zu starten, können die beiden Handbremsen am Lenker genutzt werden, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren. „Bei den meisten Modellen wird mit dem rechten Bremshebel das Hinterrad abgebremst, mit dem linken das Vorderrad“, erklärt Lindlahr. „Eine Rücktrittbremse ist bei E-Bikes eher die Ausnahme.“

Eine Tatsache, an die sich Teilnehmer Stefan nur schwer gewöhnen kann. Nur mit den Händen zu bremsen, falle ihm schwer, sagt er. Ihm fehlt dabei ein gewisses Sicherheitsgefühl. Beim Anfahren habe er Angst, nicht bremsen zu können. Deshalb sollten die Finger immer auf den Bremshebeln liegen, rät Lindlahr. Beim eigentlichen Bremsvorgang empfiehlt er, zunächst mit dem Hinterrad zu bremsen, um dann „mit Gefühl“ die Vorderradbremse hinzuzunehmen. Aufgrund der Gewichtsverteilung, die sich beim Bremsen nach vorne verlagert, entfalte die Vorderradbremse eine höhere Bremswirkung als die Hinterradbremse, erklärt er.

Bremsen ohne Angst

Ob nun richtiges Bremsen, Slalomfahren, enges Wenden oder das Fahren in einer engen Spurgasse: Lindlahr macht jede Übung vor und erklärt, worauf man achten sollte. Nach jedem Hindernis erhalten die Teilnehmenden eine Rückmeldung: Was war gut, was ist noch verbesserungsbedürftig?

Besonders bei engen Kurvenfahrten sei die Blickführung das „A und O“, sagt Lindlahr. „Beim Einfahren in die Kurve geht der Blick in Richtung Kurvenausgang, nicht mehr nach vorne“, erklärt er. „Dazu muss man sich überwinden.“ Am Ende des Kurses ist das für alle aber kein Problem mehr.

Informationen

Pedelec-Kurse des ADAC Nordrhein:
Termine:

Sa, 19. Juli, 11–14 Uhr
Sa, 16. August, 11–14 Uhr

Jugendverkehrsschule,
Neusser Str. 164
Das eigene Pedelec/E-Bike, festes Schuhwerk und ein Helm müssen mitgebracht werden. Kosten: 29 Euro.
Anmeldung erforderlich unter Tel. 0221 / 472 76 26 oder per E-Mail an vku@nrh.adac.de

Fahrradkurse der Stadt Köln für Senioren
Termine:

4.–8. Mai und 18.–22. Mai, täglich Mo–Fr, 15.30–17.30 Uhr

Jugendverkehrsschule
Neusser Str. 164
Kostenlos. Verbindliche Anmeldung: Amt für Verkehrsmanagement,
Sabine Bongenberg,
Tel. 0221 / 221-2 78 16,
E-Mail: sabine.bongenberg@stadt-koeln.de

Kostenlose Helmberatung der Polizei Köln
Terminvereinbarung: Tel. 0221 / 229-61 61
E-Mail: sicher.mobil.koeln@polizei.nrw.de

Fahrradtouren mit der Polizei Köln
6–8 km lang mit Sicherheitstrainings rund um Verkehrsregeln, Gefährdungen, Helme
Termine: Do, 26. März und Do, 10. September Kostenlos. Anmeldung:
Tel. 0221 / 229-60 60 oder E-Mail: sicher.mobil.koeln@polizei.nrw.de
https://koeln.polizei.nrw

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Tags: E-Bike , E-Bike-Kurs , Fahrrad fahren , Fahrrad-Kurs , Fahrradsicherheit , Pedelec , Radfahren , Senioren , Termine , Verkehrssicherheit

Kategorien: Rad fahren , Mobilität , Rad fahren