Leben in Köln

Kölner Köpfe – Lotti Krekel

Lydia Schneider-Benjamin · 02.08.2021

Lotti Krekel. Foto: Joachim Rieger

Lotti Krekel. Foto: Joachim Rieger

Die heute 79-jährige Schauspielerin begann ihre Karriere im Millowitsch-Theater, vielen ist sie noch aus der Fernsehserie „Die Anrheiner“ im Gedächtnis.

Frau Krekel, Sie sind ein echt kölsches Mädchen?

Na klar bin ich das! Obwohl ich in einem Kloster in Roetgen in der Eifel zur Welt kam. Meine Mutter flüchtete danach mit meiner älteren Schwester Irene und mir nach Zell am See in Österreich.

Bereits mit fünf Jahren begannen Sie, für den Rundfunk zu arbeiten?

Ja, ich begann beim Kinderfunk. Hans Müller-Westernhagen, Vater von Marius und ein Freund unserer Familie, half mit einem Empfehlungsschreiben. Ich war so klein, passte noch nicht mal ans Mikrofon. Dann kam das Fernsehen dazu, damals saß der NWDR noch in der Dagobertstraße. Das besserte unsere Kasse auf – meine Mutter war alleinstehend, arbeitete nachts als Kellnerin und meine jüngere Schwester Hildegard war ja 1952 noch dazugekommen.

Hat Ihnen der Rundfunk denn Spaß gemacht?

Vom ersten Tag an war ich begeistert! Ich musste alles auswendig lernen. Ich konnte ja noch nicht lesen. Schon früh stand für mich fest: Ich will Schauspielerin werden. Aber es gab keine Rollen für 16-jährige Mädchen. Deshalb besuchte ich nach der Mittleren Reife noch zwei Jahre die Höhere Handelsschule in Köln.

Aber Sie standen trotzdem auf der Bühne?

Ja! Millowitsch gab mir fürs Fernsehen die Tochter- Rolle der Paula Klinke in „Die spanische Fliege“. Es folgte eine anstrengende Zeit. Ich wollte die Schule abschließen und gleichzeitig ging ich mit Millowitsch auf Theatertournee nach Österreich, Belgien, in die Schweiz. Ein Lehrer entdeckte eines Tages in seinem Kurort ein Theaterplakat mit meinem Namen. Nun wussten alle Lehrer, woher meine „Halsschmerzen“ kamen.

Aber Sie blieben nicht bei Millowitsch?

Nach elf Jahren verließ ich das Millowitsch Theater und bekam wunderschöne Rollen in vielen Komödien, Fernsehspielen und Serien. „Ein liebes Wort zur rechten Zeit“ hieß meine erste Schallplatte. Und mit ihr kam das Showgeschäft. Ich moderierte für den WDR im Fernsehen viele Jahre die „Närrische Hitparade“ und sang „Mir schenken dä Ahl e paar Blömcher“. Aber ich stand auch immer wieder auf der Theaterbühne.

Dort lernten Sie Ihren Mann Ernst Hilbich kennen?

1976 spielte ich seine Ehefrau – das „Finchen“ – im „Schneider Wibbel“. 2003 haben wir dann geheiratet – nach 27 Jahren „wilder Ehe“, wie unser Freund Frank Elstner es einmal in seiner Sendung beschrieb. Ich habe mir fest vorgenommen, auch im Alter fit zu bleiben. Das gelingt mir, weil ich unzählige Male im Haus die Treppen rauf und runter laufen muss.

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Tags: Film , Kölner Köpfe , Theater

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