Leben in Köln

Köln im Portrait

Antje Schlenker-Kortum · 17.01.2020

Foto: Hugo Schmölz, St. Aposteln, um 1936 (Kölnisches Stadtmuseum/RBA)

Foto: Hugo Schmölz, St. Aposteln, um 1936 (Kölnisches Stadtmuseum/RBA)

Die Ausstellung "Köln am Rhein" wurde bis zum 26. Januar verlängert. KölnerLeben berichtet über die Hintergründe zur Ausstellung.

Es ist schon ein Schatz, den Hugo Schmölz und sein Sohn Karl Hugo der Stadt da hinterlassen haben. Er bildet die Grundlage für diese wunderbare Fotodokumentation über Köln im Wandel der Zeit.

Hugo Schmölz, Jahrgang 1879,  war ein bekannter Kölner Fotograf, der von namhaften Architekten seiner Zeit für als schwierig geltende Architekturfotografien beauftragt wurde. Er fertigte einzigartige Aufnahmen von Gebäuden und Straßenzügen Kölns.


Foto: Karl Hugo Schmölz, St. Aposteln, 1947 (Kölnisches Stadtmuseum/RBA)

Schmölz´ Sohn Karl Hugo Schmölz hatte ein gut ausgestattetes Fotostudio und eine einzigartige Sammlung von Fotos von Köln zwischen 1924 und 1942 - darunter seine Aufnahmen und die vom Vater. Er erhielt nach dem Krieg den Auftrag, Plätze, Straßen und Gebäude aus exakt  derselben Perspektive wie damals sein Vater abzulichten. Eindrucksvoll ließ sich so das Ausmaß der Zerstörung dokumentieren. Auftraggeber war Hans Schmitt-Rost, Leiter des Kölner Nachrichtenamtes, der sich ab 1945 mit dem Neuaufbau der Stadt Köln befasste. Rita Wagner, Kuratorin des  Kölnischen Stadtmuseums sagt: "Das war ein strategisch kluger Schritt, denn auch damals mahlten die Amtsmühlen langsam. Rost hatte die klare Absicht, damit den Wiederaufbau zu beschleunigen."


Foto: Helmut Buchen, St. Aposteln, 1993/94 (Kölnisches Stadtmuseum/RBA)


Foto: Marion Mennicken, St. Aposteln, 2018 (Kölnisches Stadtmuseum/RBA)

Für eine erste Ausstellung 1994 wurden vor 25 Jahren weitere Fotografien beauftragt – wieder die gleichen Orte aus der gleichen Perspektive, alles in schwarz - weiß. Damals waren Helmut Buchen, Wolfgang F. Meier und Marion Mennicken vom Rheinischen Bilderarchiv die Fotografen. Nun konnte man das zerstörte Köln dem in 50 Jahren wiederaufgebauten Köln der Moderne gegenüberstellen.

Für die jetzige Ausstellung wurden die Stadtportraits um aktuelle Bilder des Rheinischen Bildarchivs von Michael Albers und Marion Mennicken erweitert. Diese Ausstellung lohnt besonders in einer Führung erkundet zu werden. Die alten Abzüge sind in beeindruckender Qualität, so dass winzigste Details zu erkennen sind. Details, die man als Laie vielleicht schnell übersieht und die überraschend sind. Wie hat sich die Straßenbahnschiene verändert? Ist die Straße an der römischen Mauer heute breiter? Wie hat sich das Lebensgefühl, wie hat sich die Weltanschauung verändert und woran erkennt man das? Welche technischen Hintergründe zur Fotografie spielen eine Rolle? Was waren die Herausforderungen, denen sich die Fotografen damals und heute stellen mussten?

Auf all diese Fragen wird in der Führung kompetent eingegangen. Danach macht es Spaß, auf eigene Faust weitere Details zu entdecken.

Die Termine für die nächsten Führungen finden Sie hier. Lesen Sie außerdem "Die kuriose Geschichte von 1937"

 

Tags: Ausstellung , Fotografie , Stadtgeschichte

Kategorien: Leben in Köln