Leben in Köln

Im Gespräch mit Cornel Wachter

Lydia Schneider-Benjamin · 09.09.2019

Foto: Lydia Schneider-Benjamin

Foto: Lydia Schneider-Benjamin

Der 57-Jährige ist bekannt und engagiert. Für die Initiative zur Darmkrebsvorsorgehat er jetzt zum zweiten Mal den Felix-Burda-Preis erhalten.

Cornel Wachter öffnet mir seine Wohnungstür, bittet mich in seine Küche. Ich nehme Platz am Tisch auf einer Bank mit Blick auf die Rückseite des Severinsklösterchen, des bekannten Krankenhauses in der Südstadt. Ohne Umschweife fängt er an zu erzählen: „Ich habe immer hier gelebt, seit 57 Jahren. Und meine Großeltern davor auch, das Haus war immer im Familienbesitz. Da, wo Sie jetzt sitzen, hat immer mein Vater gesessen. Er war vierzig Jahre lang Oberarzt im Severinsklösterchen. Mein Großvater Max Dietlein war fünfzig Jahre dort Chefarzt und gab den Nonnen sein Grundstück für den Bau des Krankenhauses.

Wollten Sie denn auch Arzt werden?

Tiermedizin in den USA wollte ich studieren, aber das hat nicht geklappt. Ich ging zur Dombauhütte und machte erst mal eine Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer, habe eine solide Handwerkerausbildung genossen. Danach studierte ich Architektur an der Fachhochschule, aber die Kunst war mir immer näher. Als ich 1997 den Kunstpreis der Stadt Köln mit einem Stipendium erhielt, war mir klar, dass das mein Weg wird: Malerei, Skulpturen. Aber auch Filmemachen hat mich immer wiedergereizt, mit Dieter Oeckl über „Schumi“ und den „Circus Roncalli“ oder mit Hartmut Priess über die Tanzgruppe „De Höppemötzjer“.

Ihr Herz schlägt auch für Fortuna Köln …

Ja, aber mein Beginn bei Fortuna war nicht so rühmlich. Da meine Klassenkameraden und ich 1974, also mit zwölf Jahren, kein Geld für Eintrittskarten hatten, haben wir den Zaun aufgeschnitten und wurden vom Präsidenten Hans „Schäng“ Löring erwischt. Da kam aber keine Standpauke, er fragte: „Von wem ist die Zang? Kommt jetzt rein und holt das Ding nach dem Spiel hier wieder ab.“ Ab da habe ich, solang der Schäng das Sagen hatte, keine Karten kaufen müssen.

2010 erkrankten Sie – das hatte für Sie weitreichende Folgen …

Stellen Sie sich vor, sieben Jahre hatte der Darmkrebs in mir gearbeitet, der Tumor groß wie eine Mandarine. Als Sohn eines Arztes, der immer gleich weiß, was alles sein könnte, war man nicht krank. Ich hatte alle Anzeichen ignoriert. Der Tumorwurde nur entdeckt, weil ich mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus kam. Das war mein Glück. Irgendwann konnte ich die Krankheit annehmen. Heute, nach schwerer Chemo, bin ich geheilt und kann sagen, die Erkrankung hat mir was gebracht. Ich muss vieles nicht mehr machen und ich brauche nicht viel.

Aber Sie haben eine Initiative gestartet, mit demZiel, flächendeckend über Darmkrebsvorsorge aufzuklären …

Mein Kampagnenpartner Timo Belger und ich finden so viel Unterstützung dafür, das ist fantastisch. 524.804 Magazine haben wir über den „Kölner Wochenspiegel“ verteilt. Mit der letzten Aktion haben wir 140.000 Flyer verteilt. Darmkrebsvorsorge ist so wichtig. Man sollte auf jeden Fall mit seinem Arzt darüber sprechen!

Tags: Krebsvorsorge , Portrait

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