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Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Diana Hass · 16.04.2020

Foto: chocolat01 / pixelio

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Wenn das Geld knapp ist, hilft der Staat bei den Wohnkosten – mit dem Wohngeld. Durch eine Reform gibt es jetzt höhere Leistungen und mehr Berechtigte.

„Trautes Heim, Glück allein.“ Der Spruch bringt auf den Punkt, wie wichtig das Zuhause ist. Doch besonders in einer Großstadt wie Köln sind die Mieten für Wohnungen oder die Unterhaltskosten für ein Eigenheim hoch. Und kommt dann noch ein geringes Einkommen ins Spiel, kann es eng werden, das Zuhause zu finanzieren. In einem solchen Fall hilft der Staat mit dem Wohngeld. Der Zuschuss soll sicherstellen, dass jeder gut wohnen kann. Das Wohngeldgesetz wurde zum 1. Januar 2020 reformiert, so wurden etwa die Einkommensgrenzen gesenkt. Dadurch kommen auch Haushalte in den Genuss von Wohngeld, die bisher keinen Anspruch hatten. Außerdem sind die Zuschussbeträge erhöht worden.

Was bezuschusst wird

Es gibt für Mieter einen Mietzuschuss, das gilt auch für Bewohner von Seniorenheimen. Eigentümer werden mit einem Lastenzuschuss unterstützt. Für den Bezug von Wohngeld sind zwei Faktoren ausschlaggebend: zum einen die persönlichen finanziellen Verhältnisse und zum anderen die Mietstufe. Die eine Voraussetzung sind geringe Einkünfte eines „Haushaltes“. Das Einkommen aller Mitglieder, die unter einem Dach wohnen, wird zusammengerechnet. Ob es aus Gehalt, Rente oder Vermögen stammt, ist nicht entscheidend. Und anders als bei der Sozialhilfe liegen die Einkommensgrenzen höher und man darf Vermögen besitzen: Alleinstehende bis zu 60.000 Euro, ein Zwei-Personen-Haushalt bis zu 90.000 Euro.

Eine genaue Höhe der Einkommensgrenzen ist nicht festgelegt, es muss ersichtlich sein, dass man gewissermaßen „knapp über die Runden kommt“. Als ungefährer Richtwert kann dienen, wenn zum Beispiel eine alleinstehende Person nach Abzug von Miete und Steuern über weniger als 500 Euro im Monat verfügt. Dann kann sich ein Antrag lohnen. Die genaue Höhe wird in der Wohngeldstelle mit einer komplexen Formel ausgerechnet. Übrigens: Ausgeschlossen sind Menschen, die beispielsweise Hartz IV oder Grundsicherung bekommen, weil deren Mieten schon aus anderen Töpfen bezuschusst werden. Ebenfalls ausschlaggebend ist die Mietstufe. Sie legt fest, welche Miethöhe überhaupt anrechenbar ist. Dafür ist wichtig, wo sich die Wohnung befindet, ob in billigen Regionen oder in teuren Großstädten. Sieben Stufen gibt es. Köln ist in Stufe 6 eingeordnet. Damit werden auch hohe Mieten anerkannt.

Prüfen und beantragen

In jedem Fall sollten alle, die nicht wissen, ob sie anspruchsberechtigt sind, dies überprüfen lassen. Die Mitarbeitenden der Wohngeldstelle der Stadt Köln führen Berechnungen durch, um einen möglichen Wohngeldanspruch zu prüfen. Für den Antrag braucht man lediglich ein Antragsformular und einige wenige Unterlagen. Nötig sind Einkommensnachweise, eine Bescheinigung des Vermieters und ein Nachweis darüber, dass die Miete gezahlt wurde. Wer einen Lastenzuschuss für das Eigenheim beantragen möchte, braucht unter anderem Nachweise über Unterhaltskosten und Ausgaben für Zinsen und Versicherungen. Diese können mit der Post geschickt werden. Nach wenigen Wochen erhält man Bescheid. Das Wohngeld wird ab dem Monat gewährt, in dem der Antrag eingegangen ist. Die Unterstützung läuft normalerweise über zwölf Monate. Danach muss sie erneut beantragt werden.

Lesen Sie hier den Kommentar von Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Informationen zum Wohngeld in Köln

Amt für Wohnungswesen Zentrale Wohngeldstelle im Bezirksrathaus Lindenthal
Aachener Str. 220.
Tel. 0221 / 221-0
Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 8–12 Uhr und nach Vereinbarung.

Oder wenden Sie sich an die Seniorenberatung in Ihrem Bezirksrathaus, siehe Seite 51. Den Antrag auf Wohngeld erhalten Sie auf www.stadt-koeln.de oder per E-Mail: poststelle-wohngeld@stadt-koeln.de

Wohngeld unverbindlich ausrechnen und beantragen: www.wohngeldrechner.nrw.de.

 

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Tags: Wohnen im Alter , Wohngeld

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