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Taschendiebstahl: Vorsicht vor Blockern, Ziehern und Schatten!

Martina Dammrat · 27.10.2020

Illustration: macrovector / freepik

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Mal sind es drei oder vier, mal reicht einer: Geschickt und schnell ziehen Taschendiebe einem das Portemonnaie oder Handy aus der Tasche. Lesen Sie hier die Tipps der Kölner Polizei.

„Es war eine junge Frau, hatte ein hübsches Gesicht. Sie fragte mich vorm Supermarkt nach dem Weg zur S-Bahn-Haltestelle. Sie hatte so einen langen Schal, damit wedelte sie vor mir herum …“ Geschockt schilderte Frau D. die Situation. Als die Frau nicht den genannten Weg einschlug, sah sie sofort nach: Ihr Portemonnaie war weg, aus der Handtasche gestohlen, mit Karten und Papieren. Vermutlich war sie bereits am Geldautomaten beobachtet worden. Mit den Einkaufstaschen in den Händen war sie weder wendig noch abwehrbereit. Ein leichtes Opfer.

Häufige Tatorte und übliche Tricks

Meist passiert es im Gedränge: im Kaufhaus zwischenden Ständern, auf Treppen, beim Ein- und Aussteigen, in vollen Verkehrsmitteln, auf Märkten und Volksfesten. Der „Blocker“ oder „Ablenker“ rempelt einen auf der Rolltreppe an, verstellt den Weg in die Straßenbahn oder zieht die Aufmerksamkeit auf sich: beschmutzt einen „versehentlich“, fragt nach der Uhrzeit oder einer Adresse, will Geld wechseln, hebt etwas vor einem auf. Der „Zieher“ entwendet sodann die Geldbörse oder das Smartphone aus der Mantel-, Umhänge- oder Einkaufstasche und reicht es dem „Schatten“. Der verschwindet damit unerkannt. Wenn man den Diebstahl später bemerkt, ist die Erinnerung daran eher vage.

Wie kann man sich schützen?

Grundsätzlich gilt: Wo man selbst schwer drankommt, kommt auch ein Dieb schwer dran. Doch Vorsicht: Wer eine Menge Geld am Automaten zieht oder an der Kasse offen sichtbar im Portemonnaie hat, bleibt im Visier. Daher:

> Wertsachen und Smartphone nie in die Außentaschen von Jacken oder Rucksäcken stecken, in der Tasche am Rollator lassen oder offen auf den Tisch eines Cafés legen.

> Verschließbare Innentaschen, Bauchtaschen und kleine Umhängetaschen, die unter der Jacke getragen werden, sind schwer erreichbar, ebenso die vorderen Hosentaschen.

> Eine Umhängetasche immer vor den Körper nehmen, der Reißverschluss ist geschlossen, der Zipper zeigt nach vorne. Oder besser noch: unter dem Arm einklemmen.

> Größere Mengen Geld portioniert an verschiedenen Stellen – und körpernah – tragen.

> Von vielen Dokumenten reicht es, eine Kopie mitzuführen. Bank- und Kreditkarten nur bei Bedarf oder getrennt vom Bargeld mitnehmen.

Wenn es doch passiert ist:

Anzeige erstatten unter: 0221 / 2290 oder im Internet unter: https://service.polizei.nrw.de/anzeige

 

Wichtig: Die Versicherung benötigt eine Bestätigung, dass der Diebstahl bei der Polizei gemeldet wurde.

Sperren Sie Bankkarten und das Mobiltelefon!

Daten, die Sie dafür brauchen:

> Kreditkartennummer mit Kartenprüfnummer

> IBAN oder Kontonummer und Bankleitzahl

Sperrnotruf für Bankkarten: 116 116

> SIM-Kartennummer (Telefonkarte) IMEI-Nummer (Gerätenummer des Telefons, mit Tastenkombination *#06# zu ermitteln), Zugangsdaten für die Fernsperre und Ortung (wenn man die Software dafür auf dem Handy hat)

Hilfe:
Weißer Ring, Hilfe für Opfer von Straftaten: Tel. 116 006 (täglich 7–22 Uhr, kostenfrei)

Nützliche Links zum Thema Taschendiebstahl


Eine typische Szene, die zeigt, wie die Taschendiebe vorgehen. Sehen Sie ein Informationsvideo der Polizei. Quelle: Youtube

 


Wie arbeiten Blocker, Zieher, Schatten? In diesem Informationsvideo der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wurde ein Diebstahl in öffentlichen Verkehrsmitteln nachgestellt. Quelle: Youtube

Auf der Webseite der Polizei finden Sie eine Infografik, die zeigt, welche Kosten ein Taschendiebstahl verursacht: https://lka.polizei.nrw/medien/infografik-kosten-eines-taschendiebstahls

Kennen Sie den Drängel-Trick? Mehr Informationen dazu und zu vielen weiteren Tricks werden auf der Webseite der Bundespolizei erklärt: https://www.bundespolizei.de/Web/DE/02Sicher-im-Alltag/01Vorsicht-Taschendiebstahl/06Tricks-der-Taschendiebe/tricks-der-Taschendiebe_anmod.html

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Tags: Polizei Köln , Prävention Diebstahl

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