Ratgeber

Schutz vor Taschendiebstahl

Daniela Lukaßen-Held · 31.08.2022

Augen auf und Tasche zu. Symbolfoto: Fotolia

Augen auf und Tasche zu. Symbolfoto: Fotolia

Lesen Sie die Tipps der Kölner Polizei, wie Sie sich, Dolkumente und ihre Wertsachen wie EC-Karte, Geldbörse oder Smartphone schützen können.

Der Wochenmarkt ist gut besucht an diesem Samstagvormittag. Auch Anita Berger möchte hier frisches Obst und Gemüse einkaufen. Dann: ein Rempler in der Menge. Als sie am Stand bezahlen will, greift sie in ihre Manteltasche und stellt erschrocken fest, dass ihre Geldbörse verschwunden ist. Und mit ihr sämtliche Dokumente wie Ausweise, Krankenkassen- und EC-Karte.

Besonders hier und an Orten wie Bahnhöfen und überfüllten Einkaufsstraßen haben Langfinger leichtes Spiel. Diebe nutzen die Hektik und profitieren davon, dass die Menschen durch den Trubel abgelenkt sind.

"Wenn Sie spüren, dass Ihnen jemand zu nahe kommt, sollten Sie reagieren."

Elena Beerhenke, Kriminalhauptkommissarin

Nicht ablenken lassen

„Taschendiebe arbeiten meistens professionell. Sie wählen ihre Opfer gezielt aus, lenken sie ab und stehlen“, erklärt Kriminalhauptkommissarin Elena Beerhenke. Und sie arbeiten mit verschiedenen Tricks. „Sie legen sich einen Mantel über die Hand, damit niemand sieht, dass sie in die Tasche eines Opfers greifen, rempeln im Gedränge andere an und fassen dabei in die Tasche, um nach Wertsachen zu suchen. Häufig arbeiten sie auch im Team“, weiß die Polizistin. „Ein Täter schüttet zum Beispiel seinen Kaffee scheinbar unabsichtlich über die Jacke des Opfers, gibt sich hilfsbereit und wischt an der Jacke herum, während ein anderer in der Zwischenzeit die Tasche plündert.“ Beerhenke rät: „Wenn Sie spüren, dass Ihnen jemand zu nahe kommt, sollten Sie reagieren. Ein lautes ‚Treten Sie ein Stück zurück‘ schreckt oft schon ab.“

Sich in den Weg zu stellen, zu versuchen, dem Dieb die Tasche zu entreißen, oder ihn gar zu verfolgen, ist jedoch absolut tabu! Hier besteht die Gefahr, dass man geschubst und dabei verletzt wird.

Achtung auf der Rolltreppe

Hüten sollte man sich auch vor dem „Rolltreppentrick“. Die Methoden sind immer gleich: Die Täter legen die Rolltreppen lahm und bieten älteren Menschen an, ihre Tasche zu tragen. Oder sie drücken den Nothalt, damit das Opfer ins Stolpern gerät, in dem Moment greift ein Komplize nach der Tasche. Zwar ist es der Kölner Polizei gelungen, eine darauf spezialisierte Tätergruppe zu ermitteln, dennoch ist dort nach wie vor besondere Vorsicht geboten.

Doch manchmal wird es den Dieben auch sehr einfach gemacht: Offene Handtaschen, die im Supermarkt am Einkaufswagen hängen, Schulterbeutel und vor allem Rucksäcke sind für sie leichte Beute. Am sichersten sind Jackeninnen- und Bauchtaschen oder Brustbeutel, die dicht am Körper getragen werden.

Eine weitere Empfehlung lautet: Geld und Karten sollten immer getrennt voneinander transportiert werden. Falls etwas gestohlen wird, ist nicht gleich alles weg. Darüber hinaus gilt: Wer das Haus verlässt, sollte immer nur das mitnehmen, was er wirklich braucht.

Für den Ernstfall vorsorgen

Was ist zu tun, wenn man doch Opfer eines Taschendiebstahls wurde? „Lassen Sie sofort alle EC- Karten sperren“, empfiehlt Beerhenke. „Wurde ein Handy gestohlen, müssen Sie entscheiden, ob Sie es umgehend sperren lassen, damit kein weiterer finanzieller Schaden entsteht, oder ob Sie eine installierte Ortungsfunktion nutzen möchten.“

Jeder sollte sich seine Kartennummern aufschreiben und sicher zu Hause aufbewahren. Auch die sogenannte IMEI-Nummer des Handys sollte man kennen. Mit dieser individuellen Gerätenummer können gestohlene Geräte identifiziert werden.

Wichtig ist: Immer Anzeige bei der Polizei erstatten!

Anita Berger hat sich jedenfalls fest vorgenommen, die klugen Tipps zu beherzigen und es Dieben von nun an schwer zu machen.

Tipps im Überblick

  • Nicht ablenken lassen!
  • Wenn Ihnen jemand zu nahe kommt, rufen Sie: Treten Sie ein Stück zurück!
  • Versuchen Sie keine eigenen Verfolgungsaktionen!
  • Besondere Vorsicht bei größeren Menschenansammlungen!
  • Vorsicht bei verdächtigen Hilfsangeboten!
  • Taschen immer schließen und am Körper behalten!
  • Wertsachen möglichst zu Hause lassen oder getrennt voneinander aufbewahren
  • Gerätenummer des Smartphones notieren
  • Bei Diebstahl: Anzeige erstatten und EC-Karten sperren lassen

Sperrung gestohlener EC-, Kredit- und Mobilfunkkarten
Notfalltelefon 116 116
www.sperr-notruf.de

Abfrage der Identifikationsnummer des eigenen Handys:
Drücken Sie folgende Tastenkombination:
*#06#

Anzeige können Sie in jeder Polizeiwache oder online erstatten unter: https://service.polizei.nrw.de/anzeige

Die Kölner Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Taschendiebstahl:
Beratungstelefon des Kriminalkommissariats Kriminalprävention/ Opferschutz:
Tel. 0221 / 229-22 99.
www.polizei-beratung.de

Lesen Sie alle Beiträge rund um Trickbetrug und Betrugsmaschen im Überblick.

Tags: Diebstahl und Betrug , Polizei Köln

Kategorien: Ratgeber