Gesund leben

Hoch hinaus mit den Kräutern

Hans-Joachim Breuer · 15.07.2020

Foto: Pixabay

Foto: Pixabay

Sie geben dem Gericht oft die entscheidende Note und sind gesund: Kräuter. Und man braucht keinen Garten dazu – ein kleiner Balkon reicht aus.

Gerlinde Merz ist leidenschaftliche Hobbyköchin und sie ist neugierig. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich intensiver mit Kräutern, sie hat sich sogar das passende Ratgeberbuch angeschafft. Zwei Erkenntnisse hat sie schon gewonnen: Jetzt im Sommer ist nahezu alles leicht pflanzbar. Und Kräuter eignen sich ausgezeichnet dazu, in Töpfe, Kübel oder Kästen gepflanzt zu werden. Ein  Balkon reicht also völlig. Einen der Vorteile eines Kräutergartens in Töpfen bestätigt ihr eine Beraterin im Gartencenter: „Damit sind Sie sehr flexibel. Duftende Sorten können Sie direkt neben Ihren Sitzplatz stellen und verblühte oder abgeerntete Pflanzen verstecken Sie im Hintergrund.“

Kräuterkauf leicht gemacht

Für Kräutergarten-Anfängerinnen wie Merz hat Kräuterexpertin Renate Hudak einige wichtige Tipps: „Als Grundausstattung sollten Sie sich für Brunnenkresse, Schnittlauch, Minze, Zitronenmelisse, Thymian, Rosmarin, Salbei, Basilikum, Oregano, Koriander, Kerbel, Estragon und Kümmel entscheiden.“ Weiter rät sie, beim Kauf der Kräuter die Finger von Pflänzchen zu lassen, die weiche, schwammige Blätter haben. Ihr Wachstum werde im Gewächshaus künstlich beschleunigt. Dadurch seien sie später anfälliger für Pflanzenkrankheiten. „Schauen Sie sich vor dem Kauf auch die Wurzeln an. Dazu vorsichtig den Plastiktopf abziehen. Ist der Ballen von dichten weißen Wurzeln durchzogen, die Pflanze mitnehmen. Sind die Wurzeln bräunlich verfärbt oder fällt einem lose Erde entgegen, besser stehen lassen“, ergänzt sie.


Minze gehört zur Grundausstattung. Foto: Pixabay

Einpflanzen, Standort, Pflege

Mit ihren frisch erworbenen Kräutern kehrt Gerlinde Merz heim. Jetzt geht’s an Eintopfen. Erst gibt sie eine Drainageschicht aus Blähton in den Topf, dann  setzt sie die Pflanze mit spezieller Kräutererde in das schöne Pflanzgefäß. Darin haben die Wurzeln ausreichend Platz zum Wachsen, das sorgt für eine längere Lebensdauer. Ideal sind Balkonkästen oder Töpfe in Standardgrößen mit einem Durchmesser von mindestens 15 bis 20 Zentimetern.

Merz hat sich für Tongefäße entschieden, da sie natürliche Materialien mag. Allerdings verdunstet über den Ton auch Wasser. Daher  hatte Hudak für sie einen weitern Tipp: „Kräuter auf dem Balkon müssen Sie an heißen Tagen bis zu zweimal täglich gießen. Hitze, Wind und Sonneinstrahlung trocknen die Gefäße schnell aus. Nicht von oben, sondern an den Wurzeln gießen.“ Auch bei Kunststofftöpfen sollte man mit dem „grünen Daumen“ die Feuchtigkeit der Erde regelmäßig prüfen.

Mediterrane Kräuter sind anspruchslos

Was Gerlinde Merz’ Glück perfekt macht, ist für die Liebhaberin der italienischen Küche die Tatsache, dass sie einen Südbalkon hat. Ideal also für mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Thymian, Oregano und Basilikum. Sie lieben viel Sonne, benötigen wenig Pflege und haben nur mäßige Ansprüche an den Boden. Beim Gießen jedoch muss man aufpassen: Sie mögen keine Staunässe. Merz pflanzt sie nebeneinander in einen Balkonkasten, als Ergänzung passen noch Bohnenkraut und Balkontomaten hinein.


Frischer Dill - griffbereit für die gesunde Küche. Foto: Pixabay

Hilfreiche Kräuter-Nachbarschaften

Zwischen die Kräuter setzt Merz an einige Stellen Knoblauch, denn der Geruch hält Blattläuse fern, das gleiche gilt für Thymian. Auch Basilikum vertreibt Schädlinge und hält außerdem Fliegen und Mücken auf Distanz. Eine gute Wachstums-Allianz bilden Rosmarin und Basilikum und eine Nachbarschaft mit Salbei tut jeder Pflanze gut. Einzig der Majoran ist etwas ungesellig und wird separiert gestellt.

Nach und nach wird Gerlinde Merz immer mehr zu einer Kräuterexpertin und kann auch ihren drei Freundinnen gute Ratschläge geben. Petra hat einen Ostbalkon, Inges geht nach Westen raus. Ihnen rät sie: „Ihr habt Halbschatten. Den bevorzugen Schnittlauch, Petersilie und Dill. Die brauchen nährstoffreiche Erde, am besten aus Kompost, und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Ihr könnt sie zusammen mit Radieschen, Gartenkresse, Petersilie, Kapuzinerkresse, Borretsch und Gurke pflanzen.“ Weil  Knoblauch auch Halbschatten vertragen, könne er dazwischen gesetzt werden.  Und auf Estragon müssten die Freundinnnen verzichten, der vertrage sich nicht mit Dill, so Merz.

Kräuter, die es schattig und feucht lieben

Selbst für Monika mit ihrem Nordbalkon hat Merz eine Lösung: „Einen schattigen und feuchten Platz lieben Bärlauch oder Wunderlauch, Waldmeister, Pfefferminze, Brunnenkresse und Walderdbeeren.“ Ihnen gefällt, wenn beim Eintopfen Kompost mit in die Erde gegeben wird. Der Nährstoffvorrat hilft gleichzeitig, das Wasser zu halten. Die vier Freundinnen treffen sich einmal im Monat reihum zu Hause. Dann kocht die jeweilige Gastgeberin mit Kräutern ihres Balkons. Besonders auf den Mai bei Monika freuen sich alle: Dann sind Waldmeister und Walderdbeeren die ideale Grundlage für eine süffige Maibowle …


Frische Kräuter sind ein Magnet für Bienen und andere Insekten. Foto: Adobe Stock © Scheer Sieglinde

Das könnte Sie auch interessieren

Wer Kräuter mag, wird  auch Wildkräuter lieben: Lesen Sie, wo Sie wilde Schätze finden können: Nicht nur ein Augenschmaus. Welche dieser Wildpflanzen kennen Sie schon? Testen Sie Ihr Wissen im Wildkräuter-Quiz:

Das müssen Sie probieren: Wildkräuter-Rezept vom Gourmetkoch.

Wenn Sie wissen möchten, wo Kräuter gezüchtet werden, folgen Sie uns in die Alexianer-Klostergärtnerei und entdecken Sie mit uns: Das Geheimnis vom Schnuppern und Schwelgen.

Sie haben keinen Balkon? Werden Sie Baumpate: Wenn Straßenbäume bunte Füße bekommen.

Tags: Gartentipps , Gesundheit

Kategorien: Gesund leben