Gesund leben

Arthrose: Gelenkverschleiß in Schulter und Hand

Lisa von Prondzinski · 31.01.2022

Foto: Axel Kock / AdobeStock

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Wie hilfreich sind Homöopathie, Naturheilkunde oder Nahrungsergänzungsmittel? Welche Therapien helfen bei Gelenkschmerzen?

Den Moment vor drei Jahren hat Peter S. noch ganz genau vor Augen: „Auf einmal konnte ich meinen linken Arm nicht mehr heben. Es war ein stechender Schmerz.“ Bald darauf bekam der heute 57-Jährige die Diagnose „Schulter- Arthrose“. Arthrose ist ein Sammelbegriff für Knorpelabrieb: Die schützende Knorpelschicht zwischen den Gelenken nutzt sich schleichend ab und irgendwann reibt Knochen auf Knochen. Man kann das Gelenk nicht mehr richtig bewegen und es kommt zu Entzündungen und Schwellungen.

Ursachen

Die Ursachen sind Verschleiß, ein unfallbedingter Knorpelschaden oder eine erbliche Veranlagung. Die Erkrankung kann sich auf den gesamten Haltungsapparat und das umgebende Gewebe auswirken. Peter S. bekommt das derzeit heftig zu spüren: „Die ‚kaputte‘ Schulter steht inzwischen etwas höher, alles ist verspannt. Die Nacken- und Kopfschmerzen sind schlimm“, erzählt der Kölner.

Schmerzen lindern

Die Arthrose ist nicht mehr rückgängig zu machen. Doch Betroffene können ihre Beschwerden lindern und den Verlauf verlangsamen. Was helfen kann, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Schmerzmittel wie die Wirkstoffe Diclofenac und Ibuprofen helfen im Akutfall, sollten aber wegen ihrer Nebenwirkungen nur eine kurzfristige Lösung sein.

Auch Kühlpackungen lindern nach akuter Überlastung. Ruhe für einige Wochen oder Monate bringen Kortison-Spritzen. Doch eine Langzeitanwendung mit Kortison schadet den Knochen.

Therapien und Ernährung

Ohnehin hilft nicht jedem das Gleiche. Gute Erfahrungen machen manche Patienten mit Akupunktur und Spritzen mit Hyaluronsäure. Viele versuchen es abseits der Schulmedizin mit Homöopathie, Naturheilkunde und Nahrungsergänzungsmitteln. Auch warme Wannenbäder und Blutegel können helfen. Sie geben beim Saugen von Blut Speichel ab, der viele entzündungshemmende und schmerzstillende Substanzen enthält – was wissenschaftlich belegt ist.

Auch eine Umstellung der Ernährung ist sinnvoll: wenig Fleisch und Wurst, stattdessen viel Obst, Gemüse sowie gesunde Pflanzenöle wie Oliven- oder Leinöl. Dadurch wird der Knorpel mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Antientzündliche Gewürze wie ein Mix aus gleichen Teilen Kreuzkümmel, Koriander und Muskat sollen auch den Knorpelabbau hemmen.


Eine gesunde Ernährung für starke Gelenke. Foto: Engin Akyurt / Pixabay

Bewegungs- und Krafttraining

Ganz oben auf der Liste der empfohlenen Therapien aber steht Bewegung. Gezieltes Bewegungs- und Krafttraining lindert die Beschwerden, Schonung dagegen verschlimmert. Allerdings ist die Intensität der Belastung ein schmaler Grat: Denn einerseits muss das betroffene Gelenk regelmäßig belastet werden, andererseits nicht zu viel.

Physio- und Ergotherapie sind Klassiker bei der Therapie. Patienten mit Arthrose in Händen und Fingern lernen dort zum Beispiel Gegenstände anders zu greifen und wie sie die Finger kräftigen können. Um Flaschen und Schraubgläser zu öffnen, gibt es auch spezielle Greif- und Öffnungshilfen. Stabilisierende Schienen können das Daumensattelgelenk, das oft als Erstes Probleme macht, entlasten.

Keine Angst vorm künstlichen Gelenk

Wenn die Schmerzen einen aber Tag und Nacht quälen, ist eine Operation, Versteifung der Gelenke oder der Einsatz künstlicher Prothesen der letzte Ausweg. Danach ist es nicht mehr ganz so wie früher. Denn mit einem künstlichen Schultergelenk ist man eingeschränkter. Doch die meisten Patienten kommen damit gut zurecht, weiß Professor Arasch Wafaisade von der städtischen Klinik Merheim: „Der Großteil der Patienten ist zufrieden mit Kraft und Beweglichkeit.“

Auch bei Peter S. läuft es auf eine Prothese hinaus. Da die Schulter-Prothesen aber eine maximale Lebensdauer von 15 Jahren haben, will der 57-Jährige noch warten. Er erhofft sich erst einmal eine Besserung für ein paar Jahre durch einen minimal-invasiven Eingriff, die Schultergelenkspiegelung (Schulterarthroskopie). Dabei können unter anderem krankhaft veränderte Gelenkanteile entfernt werden.

Krankenhaus Merheim
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie
Ostmerheimer Str. 200
Termine: 0221 / 890 71 86 00
www.kliniken-koeln.de

St. Franziskus-Hospital
Klinik für Orthopädie I und III
Schönsteinstr. 63
50825 Köln
Tel. 0221 / 55 91-11 31
E-Mail: orthopaedie.kh-franziskus@cellitinnen.de

Eduardus-Krankenhaus
Klinik für Allgemeine Orthopädie und Rheumatologie
Termine: 0221 / 82 74 23 80
Klinik für Sportorthopädie und Arthroskopie
Termine: 0221 / 82 74 33 44
Custodisstr. 3–17
www.eduardus.de

Deutsche Arthrose-Hilfe e. V.
Tel. 06831 / 94 66 77
www.arthrose.de

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Tags: Arthrose , Schmerztherapie

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