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Corona-Impfung: Ab in die Impfstraße!

Martina Dammrat · 07.05.2021

Das Impfzentrum in der Koelnmesse ist startklar. Foto: Stadt Köln

Das Impfzentrum in der Koelnmesse ist startklar. Foto: Stadt Köln

„Licht am Ende des Tunnels“ - die Corona-Impfung in der Halle 4 der Koelnmesse. Aktuell werden Personen mit einer Vorerkrankung im Kölner Impfzentrum geimpft.

Damit kein Chaos entsteht, denn klar ist, dass nicht alle auf einmal geimpft werden können, haben die Behörden eine Reihenfolge festgelegt. Und anders als beim Schiffbruch heißt es hier: Die Alten zuerst!

Den Beginn machen somit die über Achtzigjährigen, das sind in Köln schon mal gut 80.000 Menschen. Flankiert natürlich von den Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste und weiteren Fachleuten, die beruflich engen Kontakt zu COVID-19-Patienten haben. Sie alle gehören zur Gruppe „Höchste Impfpriorität“.

Erst dann werden die Menschen mit hoher und erhöhter Priorität folgen, also die jüngeren Senioren und auch Feuerwehrleute und Polizisten.

Denn auch wenn genügend Impfstoffe da sein sollten, mehr als 5.000 Impfungen täglich werden die bis zu 140 Mitarbeitenden des Impfzentrums, darunter 17 Ärztinnen und Ärzte, nicht durchführen können.

Daher ist es wahrscheinlich, dass erst in der zweiten Jahreshälfte 2021 die breite Bevölkerung Kölns die Spritzen erhält.

Aktueller Impfstand: Impfung ab 70-Jährige und älter

Zurzeit werden alle ab dem Geburtsjahrgang 1951 und älter geimpft, es sind ausreichend Impftermine vorhanden. Auch Menschen mit schweren Vorerkrankungen sind an der Reihe. Der Nachweis erfolgt über eine formlose Bescheinigung des Hausarztes, die zum Impftermin mitzubringen ist. Diese Vorerkrankungen sind in Paragraph 3 der Corona-Impfverordnung benannt, es sind Personen mit: Organtransplantation, Demenz, geistigen Behinderung, schwerer psychiatrischer Erkrankung, chronischer Nierenerkrankung Immundefizienz, Krebserkrankungen, HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen, Asthma bronchiale oder chronisch entzündlicher Darmerkrankung, schwerer Diabetes und anderes mehr. Im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt.

Und folgende Personen: Maximal 2 Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen mit Pflegegrad, die zu Hause gepflegt werden. und 2 Kontaktpersonen von Schwangeren. Dazu ist ein Formular auszufüllen und zur Impfung vorzulegen.


Alle diese Gruppen erhalten ihren Impftermin über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein unter www.116117.de sowie telefonisch unter 0800/116 117 01. Internetseite: https://termin.corona-impfung.nrw/home.

Achtung: Es gibt eine Sonderimpfaktion für über 60-Jährige mit AstraZeneca. Lesen Sie mehr.

Was müssen Sie tun, um geimpft zu werden?

Zuerst ist die Gruppe mit der höchsten Impfpriorität dran. Wenn Sie über 80 Jahre alt sind und zu Hause leben, erhalten Sie Post von der Stadt Köln – mit weiteren Informationen aus dem Gesundheitsministerium des Landes und von der Stadt. Dort ist alles erklärt, denn erst jetzt müssen Sie tätig werden und sich um einen Termin kümmern.

 

In jedem Fall müssen Sie sich über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) anmelden.

Dazu haben Sie ab 25. Januar die Möglichkeit, rund um die Uhr auf der Internetseite www.116117.de Termine einzutragen.
  • Sie vereinbaren zwei Termine: für die erste Spritze und 21 Tage später für die zweite. Denn die Impfung ist, unabhängig vom verabreichten Serum, nur wirksam, wenn man sie zweimal bekommt.
  • Vor dem ersten Termin erhalten Sie per Post oder E-Mail die Aufklärungsunterlagen mit Informationen zum Impfstoff, dem genauen Ablauf der Impfprozedur, der zu unterschreibenden Einwilligung und einem QR-Code.
    (So funktioniert ein QR-Code.)
  • Wichtig – bringen Sie die vorgenannten Unterlagen sowie Ihren Personal- und Impfausweis zur Impfung mit! Wenn Sie von der Maskenpflicht befreit sind, auch das Attest.

Kostenlose Taxifahrt ins Impfzentrum

Sind Sie über 70 Jahre alt, leben in Köln und haben entweder den Pflegegrad eins oder zwei oder beziehen Sozialleistungen? Dann können Sie kostenlos zum Impfzentrum fahren und auch wieder nach Hause.

Wie gehen Sie vor?

  • Bestellen Sie unter folgenden Telefonnummern ein Taxi: 0221 / 28 82 oder 0221 / 17 00 00.
    Wichtig: Beim Taxianruf den Zielort „Impfzentrum Deutz“ angeben.
  • Zeigen Sie dem Taxifahrer folgende Unterlagen vor: den Impfbescheid der Kassenärztlichen Vereinigung und den Personalausweis. Außerdem den Pflegegrad-Bescheid oder den KölnPass oder den Grundsicherungsbescheid.
  • Vom Fahrer erhalten Sie einen Beleg, der die Postleitzahl vom Abholort enthält. Dieser und alle Unterlagen müssen auch im Impfzentrum vorgelegt werden.
  • Nach der Impfung erhalten Sie dort einen Gutschein zur kostenfreien Taxi-Rückfahrt. Der Fahrer darf keine Vorkasse verlangen.

Wer noch keinen Pflegegrad-Bescheid hat oder ihn nicht findet, kann ihn bei seiner Kranken-Pflegekasse anfordern. Alternativ zum Personalausweis können auch vorlegt werden: Reisepass, Schwerbehindertenausweis, Versicherungskarte der Krankenkasse oder der Führerschein.

Personen mit Pflegegrad von drei bis fünf oder Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkmalen „aG” (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl” (blind) oder „H” (hilflos) können sich den Transport zum Impfzentrum hin und zurück vom Arzt verordnen lassen.

Im Impfzentrum kümmert sich das dortige Personal um Sie, besonders wenn Sie körperliche Einschränkungen haben. Grundsätzlich ist das Impfzentrum barrierefrei. Es darf aber auch eine Begleitperson oder etwa ein Blindenhund mitgebracht werden.

Für gehörlose Impflinge wird es ab dem 1. März möglich sein, sich von einem Online-Gebärdendolmetscher durch das Impfzentrum begleiten zu lassen. Bei der Anmeldung wird mittels datenschutzkonformer Videokonferenz eine gebärdendolmetschende Person hinzugeschaltet, so dass Impflinge nicht selbst jemanden zum Übersetzen mitbringen müssen. Hier können Sie ein Video zur Impfung in Gebärdensprache ansehen. Weitere Videos in Gebärdensprache - mit Hinweisen und Erklärungen zu den benötigten Formularen - finden Sie hier.

Bei Fragen wenden Sie sich an das Bürgertelefon: 0221 / 221-335 00 montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr.


Hören Sie den KölnerLeben Podcast zum Thema: Auf Spritztour im Kölner Impfzentrum

So geht’s im Impfzentrum:

  • Am Einlass zur Impfstraße – Eintritt nur mit korrekt sitzendem Mund-Nasen-Schutz – wird kontaktlos Ihre Körpertemperatur gemessen.
  • An einem der zwanzig Schalter werden Sie registriert: Der QR-Code wird von Ihrem Smartphone oder aus den erhaltenen Unterlagen ausgelesen und Ihre Identität geprüft.
  • Anschließend können Sie nach dem Aufklärungsfilm noch in einer der Kabinen alle offenen Fragen mit einem Arzt in einem Vier-Augen-Gespräch klären. Oder aber gleich zur Impfung weitergehen.
  • Für die Impfung werden Sie in eine der zwanzig Kabinen im Obergeschoss gebracht. Machen Sie dort Ihren „schwachen“ Arm frei. Ein Arzt setzt die Injektion muskulär in den Oberarm. Die Impfung wird in Ihrem Impfausweis dokumentiert, den Sie zurückerhalten.
  • In einem geräumigen Wartebereich sitzen Sie noch etwa dreißig Minuten. Sanitätspersonal beobachtet, ob es zu Komplikationen kommt. Ist dies nicht der Fall, können Sie den Heimweg antreten.
  • Bei später auftretenden Komplikationen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder in schweren Fällen rufen Sie den Notarzt unter der 112.


Foto: Stadt Köln

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Impfstoff haben wir nun endlich die Möglichkeit, die Pandemie zu überwinden. Ich hoffe, dass viele Kölnerinnen und Kölner das Impfangebot annehmen. Jede geimpfte Person in Köln, leistet einen Beitrag, die Pandemie einzudämmen und Risikogruppen vor schweren Verläufen sowie Folgen einer Corona-Infektion zu bewahren. Bitte lassen Sie sich impfen.

Unterschritft Henriette Reker

Henriette Reker
Oberbürgermeisterin der Stadt Köln

 

Reihenfolge und Zeithorizont der Impfmaßnahme


Phase 1 bis circa Mitte April: Höchste Priorität (Auswahl)

  • Über 80-Jährige,
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten,
  • Rettungsdienst und Krankenhauspersonal in besonders kritischen Bereichen.

Phase 2 ab Mitte April: Hohe Priorität (Auswahl)

  • Über 70-Jährige,
  • Personen mit Demenz, schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression), Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen, behandlungsbedürftigen Tumorerkrankungen (Remission von weniger als fünf Jahren), Personen nach Organtransplantation, Personen mit interstitieller oder anderer schweren chronischen Lungenerkrankungen, COPD, Mukoviszidose, Personen mit Diabetes mellitus (≥ 7,5%), Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Leber- und auch Nierenerkrankungen, Personen mit Adipositas (BMI über 40)
  • zwei enge Kontaktpersonen einer pflegebedürftigen Person, die unter eine der vorgenannten Gruppen fällt,
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion besteht,
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a SGB XI regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind
  • bis zu zwei Kontaktpersonen von Schwangeren,
  • Personen, die einem hohen oder erhöhten Risiko in Bezug auf das Corona-Virus ausgesetzt sind und etwa zu folgendem Personenkreis gehören: Personal medizinischer Einrichtungen und Testzentren, Polizei- und Ordnungskräfte, Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur.

 

Phase 3: Erhöhte Priorität (Auswahl)

  • Über 60-Jährige,
  • Personen mit behandlungsfreien in Remission befindlichen Krebserkrankungen (Remission von mehr als fünf Jahren), Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen, Personen mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertonie, mit zerebrovaskulären Erkrankungen, Apoplex oder einer anderen chronischen neurologischen Erkrankung, mit Asthma bronchiale, mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung, Personen mit Diabetes mellitus (< 7,5 %), Personen mit Adipositas (BMI über 30)
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von einer nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person, die unter die beiden vorher genannten Personengruppen fällt
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Personen in relevanter Position bei der Polizei, Feuerwehr, beim Katastrophenschutz und Technischen Hilfswerk (THW),
  • Erzieher und Lehrer.

Phase 4 voraussichtlich ab Jahresmitte: alle anderen

Impfzentrum

Koelnmesse, Halle 4
Eingang Ost, Deutz-Mülheimer Straße, Deutz


Laufwege in der Messe etwa 200 Meter, barrierefrei, Hilfspersonal und Aufzüge vorhanden.

Erreichbar mit Stadtbahnlinien 3 und 4, Haltestelle Koelnmesse (hält fast vor dem Eingang).

Kostenlose Parkplätze: Über den Eingang Ost gelangen Sie zum Parkplatz Busbahnhof/Piazza. Einweiser helfen.

Anfahrtsweg: Hier können Sie sich eine sehr detaillierte Karte mit dem Lage- und Anfahrtsplan des Impfzentrums herunterladen.

Nummern für kostenlose Taxifahrten: 0221 / 28 82 oder 0221 / 17 00 00

Hilfen zur Impfung

Corona-Impfprojekt in den Bürgerzentren:
Die Kölner Bürgerzentren bieten ab sofort eine Unterstützung und Begleitung für hilfsbedürftige Seniorinnen und Senioren rund um die Corona-Impfung an. In einigen Bürgerzentren stehen sogenannte Impfpatinnen und Impfpaten bereit, um ältere Menschen im Impfprozess zu begleiten. In anderen Bürgerzentren wird dieser Service in Kooperation mit sozialen Organisationen angeboten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bürgerzentren bieten unter anderem Unterstützung bei der Anmeldung und der Terminvergabe sowie eine Begleitung zum Impftermin an. Interessierte können sich direkt an das entsprechende Bürgerzentrum in ihrem Stadtteil wenden. Informationen gibt es unter www.koelnerelf.de.

Die Malteser:
Die Malteser der Stadt Köln bieten allen Personen, die 80 Jahre und älter sowie auf Hilfe angewiesen sind, Unterstützung an. Sie vereinbaren auf Wunsch die beiden Termine, Ehrenamtliche der Malteser Köln holen von Zuhause ab, begleiten zum Impfzentrum und bringen die älteren Menschen auch wieder sicher nach Hause. Wer daran Interesse hat, kann sich unter
02 21 –94 97 60 30 oder ehrenamt.koeln@malteser.org melden.


Außerdem die interaktive Karte von google-Maps:

 

Hotline für Impfangelegenheiten:

0221 / 221-33578 von Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 20 Uhr.

Alle, die sich in der aktuellen Priorisierungsreihenfolge falsch einsortiert fühlen, können sich an die Ethikkommission der Stadt Köln wenden. E-Mail: ethikkommission@stadt-koeln.de

Weitere Informationen: www.corona.koeln

Hilfreiche Informationen auch auf der Website der Kassenärztlichen Vereinigung: www.coronaimpfung.nrw/faq
und auf der Website des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW: www.mags.nrw/coronavirus-impfablauf.

Bürgertelefon zur Corona-Impfung: 0211 / 91 19-10 01,
Montag–Freitag 8–20 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr

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Tags: Corona-Virus-Impfungen , Covid 19 Impfzentrum

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