Raus aus Köln

Wildgänse auf Winterurlaub

ml · 25.12.2018

Prächtig anzuschauen sind die Rostgänse. Sie treten paarweise oder in kleinen Gruppen auf. Foto: www.schwark-foto.de

Wasser – ein Überlebenselixier

Dass Gänse wasserreiche Gebiete – Seen, Flüsse, Priele, Teiche – bevorzugen, hat zwei Gründe: Gras ist Raufutter, und das ist relativ schlecht verdaulich. Daher müssen Gänse entsprechend viel trinken. Und sie brauchen Gewässer zum Schlafen, nur dort finden sie Schutz. Denn ihre Hauptfeinde sind Füchse.

In den arktischen Gebieten sind es der Polarfuchs sowie der Vielfraß, beide sind wasserscheu. Auch für Greifvögel wie Bussard, Turmfalke, Sperber und Habicht ist es schwer, eine erwachsene, gesunde Gans zu schlagen – erst recht auf dem Wasser.

Dennoch sind Gänse immer sehr wachsam. Wer einmal ein Grundstück mit weißen Hausgänsen betreten hat, kennt das heftige, laute Kreischen, mit dem sie auf Fremde reagieren. Die wilden Spezies machen weniger Lärm, sind aber genauso vorsichtig.


Graugänse sind am Niederrhein die einzige einheimische Art. Foto: www.schwark-foto.de

In den großen Gruppen haben einige die Rolle des Wächters übernommen: Mit langgestrecktem Hals passen sie auf, dass sich kein Störenfried nähert. Blick nach oben: Raubvögel. Blick ringsum: Menschen, Hunde, Füchse. Ein Warnruf, und der ganze Trupp fliegt auf.

Dieses erschreckte Auffliegen erfordert viel Kraft, viel Energie. Daher sollen die Gänse nur aus der Entfernung oder vom Bus aus beobachtet werden. Auch von Jägern werden sie in Ruhe gelassen: Denn laut Jagdgesetz müssen sie ab 15. Oktober bis Ende Januar die Flinte im Schrank lassen.

Jagdrevier für Wissenschaftler und Tierfreunde

Aber eine andere tödliche Gefahr lauert. Wie Schwäne, Enten und andere Wasservögel sind auch Gänse für die Vogelgrippe empfänglich. Bei dem Ausbruch im Jahre 2016 haben Wissenschaftler viele Tiere untersucht. Dabei wurden eher Kanada- und Graugänse in Siedlungsgebieten positiv getestet; Blässgänse waren nicht betroffen. Mit Blutuntersuchungen bei gefangenen Tieren ist man der Vogelgrippe weiterhin auf der Spur.

Ein anderes wissenschaftliches Projekt gilt dem Flugverhalten. Niederländische und deutsche Fachleute besendern und markieren die Tiere, um mehr über die Flugroute herauszufinden.

Auf geführten Touren wird Ausrüstung gestellt, so dass man sehr genau das Verhalten der Gänse beobachten kann. Foto: NABU, Christoph Frauenlob

Einer Spezie „Jäger“ begegnet man am Niederrhein häufig: Mit Fernglas und Spektiv, einem dicken Beobachtungsfernrohr, ausgestattet stehen Hobbyvogelkundler an den Zäunen. Sie zeigen „unwissenden“ Besuchern gerne auch mal die Exoten im Schwarm der Blässgänse.

Daneben fachsimpeln die Tierfotografen über die beste Einstellung, um die Gänse im Flug, beim Starten und Landen oder vor dem Sonnenuntergang einzufangen. Hier finden nicht nur Gänse ihr Paradies.

Der Bus kehrt zurück nach Kleve. Auf den zweieinhalb Stunden Fahrt, während der man auch einmal aussteigt, um die Tiere aus der Nähe zu sehen, gewinnt man direkte Einblicke ins faszinierende Gänseleben. Dazu Eindrücke der besonderen Landschaft am Niederrhein und interessante und aufschlussreiche Informationen, kenntnisreich von Experten vermittelt.

Begeistert, überrascht, beeindruckt und zufrieden steigen die Gäste aus dem Bus. Neugierig auf mehr, das sind sie alle.

Exkursionen zu den Wildgänsen

Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein bietet Busexkursionen an: jeden Sonntag vom 18. November 2018 bis 17. Februar 2019 (außer am 23. und 30. Dezember).

Start ist jeweils um 13.00 Uhr in Kleve.

Kosten: Erwachsene 16 Euro, Ermäßigungen für Kinder und Jugendliche. Anmeldung: 0 28 26 / 918 76-00.

Ebenfalls werden Fahrten für private Gruppen und Fotosafaris angeboten.

 

Tags: Natur , Reisen

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