Leben in Köln

Interview: Henriette Reker (Teil 2)

Wolfgang Guth-KölnerLeben Ausgabe 6/2016 · 29.03.2017

Foto: Akhlis Abbis

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Im zweiten und letzten Teil des Interviews mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker geht es um die senioren-freundliche und barrierefreie Stadt sowie Schwerpunkte ihrer Arbeit.

Frau Reker, Sie haben des Öfteren betont, dass Ihnen die Anliegen älterer Menschen besonders am Herzen liegen. Ist Köln eine seniorenfreundliche Stadt?
Ich sage: Ja! Das große Spektrum an Angeboten für die ältere Generation trägt dazu bei, dass ein selbstbestimmtes Leben im Alter in unserer Stadt möglich ist. Dies zu erhalten, ist und war mir immer ein wichtiges Anliegen. Und dabei gibt es Herausforderungen.

Welche sind das?
Die Anzahl der älteren Menschen steigt, insbesondere auch die Zahl derer mit einem sehr hohen Alter. Es wird zukünftig mehr alleinlebende Seniorinnen und Senioren ohne Familienanschluss geben. Der Anteil der Älteren mit Zuwanderungsgeschichte in unseren Senioren- und Pflegeeinrichtungen steigt. Und das Thema Altersarmut wird uns in Zukunft weiter beschäftigen.

Wie stellt sich die Stadt zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben auf?
In enger Zusammenarbeit mit den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, den Sozial-Betrieben- Köln und der Seniorenvertretung. Aber auch mit den Akteuren der Seniorenwirtschaft und der Wissenschaft. Nur gemeinsam werden wir die richtigen Wege beschreiten können, damit Köln seniorenfreundlich bleibt. 

Dazu gehört auch die barrierefreie Stadt. Wie steht es damit in Köln?
Wir haben in den letzten Jahren einige große Schritte nach vorn gemacht. Mit vielen kleinen Maßnahmen, die im Alltag so sehr helfen: Bordsteinabsenkungen, Blindensignalisierung an Ampeln und Leitsysteme. Da sind aber auch die großen Kulturbauten, wie die Archäologische Zone mit dem Jüdischen Museum, bei denen wir auf umfassende Barrierefreiheit achten werden.

Ein weiteres zentrales Anliegen Ihrer Tätigkeit als Oberbürgermeisterin ist die Reform der Stadtverwaltung. Was muss besser werden, was werden Sie ändern?
Die Stadtverwaltung muss sich noch viel stärker als Dienstleisterin für die Bürgerinnen und Bürger verstehen und den direkten Kontakt, die Handlungen und ihre Kommunikation darauf ausrichten. Zudem müssen unsere Planungen, Strukturen und Prozesse den Anforderungen einer wachsenden Metropole gerecht werden. Derzeit arbeiten wir intensiv an einem Konzept, wie wir all diese Themen erfolgreich auf den Weg bringen. Dabei spielen auch Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle.

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Tags: Interview , Kölnerin , Politik

Kategorien: Leben in Köln