Ratgeber

Matratzen für einen erholsamen Schlaf

lvp · 17.07.2018


Wie der Handtest zeigt, passt sich die Latexmatratze der Körperform an. Leichtes Aufstehen ermöglicht ein verstärkter Matratzenrand. Foto: fotolia © limco72

Entscheidend: das Gefühl beim Probeliegen

Um herauszufinden, welche Matratze die richtige ist, muss man probeliegen; und zwar ausgiebig und mehrmals in allen Schlafpositionen. Am Ende entscheidet das Gefühl. Leider räumt nicht jeder Händler ein Rückgaberecht ein. „Wer sich nach einigen Nächten zu Hause darauf doch nicht so gut fühlt, sollte jedoch nichts überstürzen“, rät Claudia Wieland: „Der Körper braucht etwas Zeit, um sich an das neue Liegegefühl zu gewöhnen. Diese Eingewöhnungszeit sollte man sich einräumen.“ Die meisten seien einige Wochen später dann doch zufrieden mit ihrem Kauf.

Neue Matratze – neues Lattenrost?

Oft stellt sich die nächste Frage: Muss es auch ein neues Lattenrost sein? Tatsächlich gehen die Meinungen darüber auseinander. Vito Alba spricht von einer Einheit: „Man kann nicht alle Matratzen auf alle Unterlagen legen. Ob stabil oder federnd, die Lattenroste müssen die Eigenschaften der Matratze ergänzen.“ Anders urteilt die Stiftung Warentest. Deren Tester halten Lattenroste für überbewertet. Da ihre wichtigste Aufgabe sei, für eine ausreichende Belüftung der Matratze zu sorgen, reichten einfache starre Unterlagen aus.

Auch beim Lattenrost gilt also: am besten ausprobieren, was für einen selbst komfortabel ist. Und natürlich kann sich eine Matratze auf einem Lattenrost im Laden anders anfühlen als auf dem alten Rost zu Hause.

Bequem aus dem Bett

Für Marie-Luise Dammrat war das alles von vornherein keine Frage. Sie wollte eine neue Matratze samt Lattenrost. Und zwar mit einem elektrisch verstellbaren Kopf- und Fußteil. „Ich schlief ganz flach und musste mich abenteuerlich drehen, damit ich ins Sitzen kam. Dann kam immer noch die Angst hinzu, aus dem Bett herauszufallen ...“ Jetzt braucht die Seniorin nur auf einen Knopf zu drücken und schon richtet sich das Rückenteil des Lattenrostes langsam auf: „Ich sitze jetzt wie in einem Stuhl und komme ganz bequem heraus.“ Rückblickend sagt sie: „Manchmal ärgert es mich ein wenig, dass ich die beiden Anschaffungen erst jetzt gemacht habe. Ich hätte es doch schon viel früher haben können.“

9 Tipps rund um die Matratze

1. Täglich lüften
Dazu das Oberbett zurückschlagen und das Fenster morgens und abends einige Zeit weit öffnen.

2. Vorsicht beim Absaugen!
Zu hohe Saugstärken schädigen das Matratzenfeinpolster. Nur Polsterdüsen mit maximal 500 Watt verwenden.

3. Regelmäßig drehen und wenden
Wenden, also der Wechsel von Ober- und Unterseite, und Drehen, der Wechsel von Kopf- und Fußseite, verhindern Liegekuhlen. Hilfreich: Schlaufen oder Griffe an den Seiten der Matratze.

4. Eselsbrücke
Mit Filzstift auf eine Liegefläche einen Pfeil nach oben, auf die andere einen Pfeil zur Seite malen. So wird immer abwechselnd gedreht und gewendet.

5. Jedem seine eigene Matratze
Paare liegen besser auf zwei gleich hohen Einzelmatratzen, die auf die unterschiedlichen Schlafbedürfnisse abgestimmt sind.

6. Unnötig: Matratzenschoner
Das Relikt aus der Zeit der Sprungfedern ist bei heutigen Lattenrosten nicht mehr nötig. Es behindert vielmehr die Durchlüftung.

7. Atmungsaktive Matratzenauflagen verwenden
Durch den Puffer zwischen Matratze und Schläfer können Feuchtigkeit und Hautschuppen nicht in die Matratze einwandern. Hygienisch also sinnvoll. Aber: Sie können den Härtegrad der Matratze verändern.

8. Kein Matratzenkauf am Nachmittag!
Wer eh schon müde ist, findet jede Matratze bequem. Probeliegen sollte man am besten nur, wenn man hellwach ist.

9. Bequem aufstehen
Eine Betthöhe von 42 bis 50 Zentimetern ist angenehm. Da hilft oft schon ein höheres Lattenrost und/oder eine dickere Matratze.

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